03 August 2008

German Market Update 04/08/2008

DAX Ausblick 04/08/2008: Die Börsen zittern weiter, Unternehmen und Notenbanken halten die Börsen auf Trab.
Janos Renz-Hotz, Flow Trader, IG Markets.

In der kommenden Woche werden weiterhin zahlreiche DAX-Unternehmen ihre Zahlen vorlegen. Marktteilnehmer sind sich im einigen das die Zitterpartie an der Börse vorerst anhalten wird. Die letzte Woche hat der Leitindex knapp 600 Punkte, also rund 9% zugelegt. Am Freitag lag er wieder knapp unter den 6400 Zählern

Die Unsicherheit über die Aussichten für die Weltkonjunktur und die Unternehmensgewinne wird auch in der kommende Woche für größere Kursausschläge beim deutsche Leitindex sorgen. Entsprechend gespannt warten Investoren auf eventuelle Reaktionen der Notenbanken in den USA und der Euro-Zone. Die Berichtssaison und die Konjunktursorgen werden gegeneinander antreten, dies wird die Volatilität an den Börsen eher erhöhen als schwächen. Die Skeptiker am Markt zweifeln das der Rally der vergangenen Wochen die Trendwende bedeutet, und rechnen damit, dass sich der Dax in den kommenden Wochen wieder in Richtung 6000 Punkte bewegen wird. Eigene andere Teilnehmer sehen indes einen anderen Trend: Die kurzfristige Übertreibung in Richtung 6000 Punkte hätte das Abwärtspotenzial des deutschen Leitindex ausgereizt. Für die kommende Woche rechnen sie daher mit einer Fortsetzung der zuletzt gesehenen Konsolidierung im Bereich 6200 bis 6600 Punkten

Nachdem in der nicht zu ferne Vergangenheit eher kurzfristige Beteiligungen an deutschen Unternehmen eingegangen waren, treten nun längerfristig denkende Investoren in den Vordergrund. In der vergangene Woche wurde weiterhin spekuliert, ob souveräne Staatsfonds in der deutsche Industrie investieren würden. Ein wahre Überraschung könnte China sein. Beteiligungen eines chinesischen Staatsfonds in einen Dax-Unternehmen würde ein wahrer Paukenschlag sein. Einigen Siemens-Managern wird daher ein sorgenvoller Blick in Richtung China nachgesagt.

Der Rückgang des Ölpreises von knapp 150 auf unter 125 US-Dollar pro Fass hat jüngst positive Impulse geliefert. Sinkende Rohstoffpreise fuehren in vielen Industrien zu einer Verbesserung der Marge und liefern zudem einen Wachstumsimpuls. Auch In den Kapitalmärkten wird die Entwicklung des Ölpreises mit größtem Interesse verfolgt. Dabei ist zu vermerken, dass die Opec bei der Förderung nie größere Zugeständnisse gemacht hat und das Angebot damit relativ stabil verharrte. Dagegen stellt sich vielmehr die Frage, wie viel spekulatives Geld aus dem Öl fließen wird

Die Mitglieder der Notenbanken diesseits wie jenseits des Atlantiks werden sich in der kommenden Woche treffen, um über die künftige Zinspolitik zu beraten. Dabei werden die Themen bei der US- Notenbank (Federal Reserve), der Bank of England (BOE) wie der Europäischen Zentralbank (EZB) nur in Nuancen abweichen.

Priorität wird für Notenbanker die Entwicklung der fallende Rohstoffpreise, insbesondere des Ölpreises, sein. Denn mit einem abnehmenden Inflationsdruck können sie sich stärker der faulen Wirtschaftsdynamik zuwenden. Einhellig gehen Marktbeobachter davon aus, dass die Notenbanker im Gleichschritt ihre Zinsen bestätigen werden.
Wichtige Termine:

Dienstag 05/08:
(US) Führungszirkel der US-Notenbank
(DE) Adidas Quartalszahlen

Mittwoch 06/08:
(DE) Münchner Rück, Commerzbank, Henkel, Rofin-Sinar und ProSieben Quartalszahlen

Donnerstag 07/08:
(EU) Ratssitzung der EZB
(DE) Allianz, Drägerwerk, AMB Generali, Altana, Aixtron, freenet, Deutsche
Telekom Fraport, Hannover Rück, Douglas, Puma, Premiere und Demag Cranes Quartalszahlen

Freitag 08/08:
(DE) Conergy Quartalszahlen


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