German Market Update 14/07/2008

Dax Ausblick 14/07/2008: Starke Kursschwankungen und ein mit wichtigen Termine gefüllter Kalender

Janos Renz-Hotz, CFD Trader, IG Markets

Der deutsche Leitindex hat am Freitag das Jahrestief von 6 139 Punkten unterschritten. Geschäftszahlen aus den USA und Europa, Daten zur US-Wirtschaft und die anhaltende Unsicherheit um die Finanzkrise dürften die Kurse stark ins Schwanken und die Marktteilnehmer ins Schwitzen bringen.

Immer wieder kamen Gerüchte um Probleme bei Banken hoch, und auch Spekulationen um die Amerikanische-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae sorgten für Unruhe. Der Markt wurde von allen Seiten unter Beschuss genommen: Neben der Finanzkrise rücken Fragen rund um die Konjunktur in den Vordergrund. Trader konnten keine unmittelbar eindeutigen Signale wahrnehmen. Techniker sehen den Dax daher sogar in Richtung 5 600 Punkte fallen.

Dem Deutschen Leitindex steht keine leichte Woche bevor. Durch eine anhaltende Orientierungslosigkeit haben sich viele institutionelle Anleger aus dem Markt verabschiedet. Die Volumen werden kleinner, und als Folge schlechter Nachrichten treffen dann hohe Verkaufsorders auf sehr geringe Gegenpositionen. Das führt zu den heftigen Kursbewegungen, die in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten waren. Da auf der anderen Seite sehr viele Leerverkäufer auf fallende Kurse setzen, führen gute Nachrichten wiederum zu ebenso hohen Kursgewinnen durch Eindeckungen. Solange klare konjunktur Signale oder eine klare Stimmung fehlen, dürfte die beobachte Volatilität anhalten.

Ein weiterer Faktor in der anhaltende Unsicherheit ist die Berichtssaison. Normalerweise halten sich Institutionelle Händler mit Anlageentscheidungen zurück, bis die Saison zum größten teil gelaufen ist. Erst dann würden die Daten saldiert und eine Entscheidung getroffen. Rund zwei Wochen dürfte der Dax daher noch im Niemandsland pendeln. Die Zahlen von Philips, Intel, Ebay, Nokia, Google und Microsoft in der kommenden Woche seien zwar wichtig, aber nicht repräsentativ für alle europäischen Industriewerte, meinen Marktteilnehmer. Auch die Nachrichten aus diesen Unternehmen dürften daher eher für kurzfristige Trends sorgen.

Auf der Konjunkturseite stehen vorwiegend internationale Preisdaten im Blick. Verbraucherpreise von Großbritannien über Italien bis Portugal und Deutschland werden zeigen, dass sich der Markt wieder mit neuen Rekordmarken bei der Inflation anfreunden muss. Per Saldo könnten neue Zinserhöhungsängste geweckt werden und den Euro weiter über die Marke von 1,58 Euro treiben - für exportorientierte Aktien keine gute Nachricht.

Zufolgen der Unsicherheiten gegenüber der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wurden USA Rettungspläne für die Finanzierer laut. Per Saldo dürfte das Ergebnis auf eine Sozialisierung der Verluste hinauslaufen, also eine Verstaatlichung der Institute wie bei der britischen Northern Rock. Sobald der Markt aber begreift, dass die USA damit ihre Staatsverschuldung nahezu verdoppeln werde, dürfte der nächste Kurseinbruch bevorstehen.

Trotz der schwachen US-Konjunktur schätzten Analysten die mittelfristigen Aussichten positiv ein. Die Schwellenländer und nicht die USA haben in den letzten Jahren die entscheidenden weltwirtschaftlichen Wachstumsbeiträge generiert und zeigen sich auch im aktuellen Umfeld verhältnismäßig robust. Auch die Verschuldung innerhalb der europäischen und amerikanischen Unternehmen sei aktuell gering. Selbst bei leicht rückläufigen Gewinnen sind die Bewertungen der Aktienmärkte im historischen Vergleich attraktiv.


Wichtige Termine:

Montag 14/06:
(EU) Philips Halbjahrbericht

Dienstag 15/07
(DE) ZEW-Index
(USA) Erzeugerpreise und die Einzelhandelsumsätze, Juni
(USA) Halbjährliche Anhörung des US-Notenbankpräsidenten vor dem US-Senat
(USA) Intel und Johnson & Johnson Halbjahrberichte

Mittwoch 16/07:
(USA) Verbraucherpreise und die Industrieproduktion
(USA) Halbjährliche Anhörung des US-Notenbankpräsidenten vor dem US Repräsentantenhaus
(USA) Ebay Halbjahrbericht
(EU) Rio Tinto Halbjahrbericht

Donnerstag 17/07:
(USA) Immobiliendaten
(USA) Philly-Fed-Index
(USA) Microsoft, Google und IBM Halbjahrberichte
(EU) Nokia, Novartis Halbjahrbericht

Freitag 18/07:
(DE) Deutschen Erzeugerpreise, Juni
(USA) Citigroup Halbjahrbericht

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keinerlei Anlageberatung handelt und dass IG Markets und Janos Renz-Hotz keinerlei Haftung übernehemen.