German Market update 28/07/2008

Dax Ausblick 23/06/2008: Unternehmen geben den Ton an den Börsen an.

Janos Renz-Hotz, CFD Trader, IG Markets

In der kommenden Woche werden zahlreiche Dax- Unternehmen Einblick in ihre Bücher gewähren. Marktteilnehmer meinen die Zahlen könnten für Turbulenzen an den Aktienmärkten sorgen.

Der deutsche Leitindex hat über die vergangene Woche einen von Fall unter 6 000 Punkte tolerieren müssen. Ab vergangenen Mittwoch aber setzte der Dax zu einer rasanten Erholung an, die durch gut aufgenommene Zahlen von US- Großbanken ausgelöst wurden. Am ende der Woche sorgten zudem überraschend positive US-Konjunkturdaten für gute Stimmung. Am Freitag Nachmittag peilte der Dax die Linie von 6 500 Punkten an, gab schließlich aber wieder nach.

Die Bilanzsaison in Deutschland wird in der neuen Woche volle Fahrt aufnehmen. Der Dax könnte darauf mit heftigen Schwankungen reagieren. Der Aktienmarkt wird hin- und hergerissen zwischen Erleichterung, wenn sich die Erwartungen erfüllen, und Abstürzen, wie bei den Gewinnwarnungen von Daimler und Münchener Rück.

Nach der Gewinnwarnung von Daimler am Donnerstag beendete die Aktie den Handel mit einem Minus von knapp zehn Prozent. Am Freitag überraschte die Münchener Rück die Anleger mit der Aussage, das bisher kommunizierte Ergebnis nicht zu erzielen, was zu einem Kursabschlag von über zehn Prozent führte.

Die Bilanzsaison hat ihren Höhepunkt in den USA schon überschritten, ist aber nun im vollen schwung dieser seite des Atlantiks. Die Berichte der kommenden Wochen werden nun den Anlegern zeigen, wie viel an Gewinnrevisionen in den bisherigen Kursabschlägen schon enthalten sind. Nach Ansicht der Bullen Investoren sind Aktien derzeit so billig wie schon lange nicht mehr. Sollten allerdings die Unternehmen aufgrund des eingetrübten Umfelds die Gunst der Stunde nutzen und ihren Ausblick zurücknehmen, springt die Bewertung kräftig in die Höhe.

Die dunklen Wolken des Wirtschaftsabschwungs ziehen nun doch noch über den Atlantik. Am Donnerstag stürzte der ifo-Geschäftsklima-Index in Deutschland ein und die schwachen europäischen Einkaufsmanagerindizes trübten weiterhin die Sicht. Auch jenseits des „Channels“ fielen die britischen Einzelhandelsumsätze im Juni im Rekordtempo und das BIP-Wachstum in Großbritannien verzeichnete im zweiten Quartal die niedrigste Rate seit dem ersten Vierteljahr 2005. Spaniens Arbeitslosenquote stieg im zweiten Quartal und die heimischen Importpreise sind auf Jahressicht so stark gestiegen wie seit November 2000 nicht mehr,

Positive Nachrichten die die Bärenmarkt-Rally der vergangenen zwei Wochen begleiteten, haben zwar auch am Freitag die Anleger überrascht, dennoch bleibt die Macht der Belastungsfaktoren. Der nachlassenden Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone, gekoppelt mit den Schatten des US-Immobilienmarkt wirkt sich weiterhin negativ aus. Der Ölpreis, dessen Rückgang auf 125 US-Dollar von knapp 150 US-Dollar die Stimmung an den Aktienmärkten aufhellte, scheint seine Schwäche zunächst überwunden zu haben. Und dann gibt es noch die Gefahr steigender Inflation.

Die westliche Welt importiert die Inflation nun aus den Wachstumsmärkten, nachdem sich die Globalisierung lange deflationär ausgewirkt hatte. Hohe Inflationsraten wirken sich auf die Aktienmärkte ungünstig aus, da sie zu Zinserhöhungen und damit zu niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) führen. In der Vergangenheit führten Inflationsraten ab sechs Prozent regelmäßig zu einem Verfall der KGV an den entwickelten Märkten, momentan pendelt die westliche Welt auf vier Prozentpunkte.


Wichtige Termine:

Montag 28/07:
(DE) Ifo-Index

Dienstag 29/07
(DE) SAP Quartalszahlen

Mittwoch 30/07:
(DE) Postbank, Bayer, Fresenius Medical Care, Lufthansa, EADS, MAN und Siemens Quartalszahlen

Donnerstag 31/07:
(DE) Deutsche Bank, Metro, BASF, Deutsche Post, Continental, Wacker Chemie und Deutsche Börse Quartalszahlen
(USA) Erste Schätzung für das US-BIP im zweiten Quartal.

Freitag 01/08:
(DE) Linde Quartalszahlen
(USA) US-Arbeitsmarktbericht
(USA) ISM- Index
(USA) US-Immobiliensektor daten

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