German Market Update 21/07/2008



Dax Ausblick 21/07/2008: Berichtsaison bringt Schwankungen.

Janos Renz-Hotz, CFD Trader, IG Markets

Der Deutsche Leitindex hat in der vergangene Woche rund 145 Punkte, also 2.2% verdient. Das Tief der Woche lag bei 5993.3 also ca. 3.6% unter dem Anfang der Woche, damit hat der Dax am Mittwoch vorübergehend den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Bis Freitag pendelte der deutsche Leitindex dann um die 6 360 Punkte.

Konkrete Prognosen für die kommende Woche mögen die meisten Analysten nicht geben. Dies ist Angesichts einer Flut von Unternehmensbilanzen aus den USA und Europa.

Die Erholung des Dax wurde von einem stark fallenden Ölpreis unterstützt. Vor weniger als zwei Wochen musste man noch $145 für ein Fass US-Leichtöl bezahlen, Montagmorgen nur noch $130.60. Auch andere Rohstoffe wie Zink und Nickel verzeichneten deutliche Einbrüche. Für die Konjunktur ist dies indes kein gutes Zeichen. Konjunktursensiblen Aktien dürften daher Schwierigkeiten haben. Die deutlich gesenkte Prognose des US-amerikanischen Stahlunternehmen Nucor bestätigte diese Einschätzung am Donnerstagabend.

Eine einfachere Woche am deutschen Aktienmarkt sollte nicht bereits in Euphorie verfallen, warnen Marktbeobachter. Dass der Dax die Woche mit mehr als 2.2% Zugewinn beenden konnte, sei nur eine Korrektur der vorherigen Überreaktion stimmen Marktteilnehmer mit.

Auf der anderen Seite des Atlantiks hat das Rettungspaket der US-Regierung für die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac die Märkte gestützt. Vor allem eine Aktion der US-Börsenaufsicht SEC hat dann einen Kurssprung ausgelöst: Die Ankündigung eines Verbots für eine beliebte Art von Leerverkäufen (so genannte Naked- shorts, wo der Leihmarkt nicht vor dem Handel gesucht wird) wurde den Wall-Street-Bären der Teppich unter den Füßen weggezogen. Das Verbot gilt ab Montag und bezieht sich vor allem auf US-amerikanische, aber auch europäische Bankentitel. Folgerichtig kam es bereits vorher zu einer undifferenzierten, marktbreiten Rally aller Finanzwerte.

Die US-Bilanzsaison hat Chancen für positive Überraschungen, aber man muss von weiteren Risiken ausgehen. Die Saison ist gerade am Anfang, und es ist zu früh, um Entwarnung zu geben. Die 6 000-Punkte-Marke könnte noch einmal getestet und auch unterschritten werden. Die nächste Unterstützung liege dann bei 5 800 Zählern. Die meisten Marktbeobachter sehen kein langfristiges Abtauchen des Dax unter die 6 000er-Marke. In der kommenden Woche werden weit über 100 S&P-Unternehmen Quartalszahlen vorlegen – allein mehr als jeweils 40 am Mittwoch und Donnerstag. Die wichtigsten Unternehmen und Konjunktur - Termine haben wir für euch ausgesucht.


Wichtige Termine der Kommende Woche:

Montag 21/07:
(US) Bank of America, Apple und Texas Instruments

Dienstag 22/07:
(US) Yahoo, DuPont und UPS sowie Caterpillar

Mittwoch 23/07:
(US) Amazon, Boeing, Pfizer und der Autohersteller General Motors
(US) Beige Book der Us-Notenbank
(EU) VW, Peugeot, Fiat, Merck und Software AG

Donnerstag 24/07:
(US) 3M und Eli Lilly
(US) Absatzzahlen für bestehende und neue Einfamilienhäuser
(DE) Ifo-Geschäftsklimaindex
(EU) Daimler und Renault

Freitag 25/07:
(DE) Infineon
(US) US-Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keinerlei Anlageberatung handelt und dass IG Markets und Janos Renz-Hotz keinerlei Haftung übernehemen.

German Market Update 07/07/2008

Dax Ausblick 07/07/2008: Weitere Volatilität und Unsicherheiten

Janos Renz-Hotz, CFD Trader, IG Markets

Der Deutsche Leitindex hat in der vergangene Woche rund 112 Punkte, also 1.8% verloren. Das Tief der Woche lag bei 6196 also ca. 3.2% unter dem Anfang der Woche, bis Freitag pendelte der deutsche Leitindex dann um die 6 300 Punkte.

Weiterhin anfällig für Korrekturbewegungen bis in den Bereich des Märztiefs dürfte sich der Dax auch in der kommenden Woche zeigen. Eine Trendwende ist für viele Aktienstrategen nicht in Sicht, es fehlen die Gründe für eine nachhaltige und fundamental begründete Erholung des Kursbarometers der heimischen Standardwerte.

Der hohe Ölpreis, Inflationsängste und der anhaltende Ausfall der Subprimekrise sind weiter die bestimmenden Faktoren für die Aktienmärkte. Nachdem beim US-Standardindex Dow Jones und dem europäischen Stoxx50 die alten Tiefststände vom Frühjahr gefallen sind erwartet manche Marktteilnehmer offensichtlich dasselbe auch beim Dax. Mehr Optimistische Marktbeobachter hoffen unterdessen auf eine Stabilisierung; Angesichts der stark überverkauften Lage ist womöglich sogar eine recht kräftige technische Gegenreaktion durchaus möglich. Eine kurzfristige Kurserholung wird sogar für wahrscheinlich gehalten - aber unter dem Vorbehalt, dass die politischen Spannungen zwischen Israel und dem Iran nicht eskalieren und der Ölpreis nicht enorm anzieht.

Der Euro hat sich im Zuge des "Warnschusses" der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag etwas gegenüber dem Dollar abgeschwächt. Dennoch ist die Last der Gemeinschaftswährung für die deutschen exportorientierten Unternehmen unverändert immens hoch.

Die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung der größten Volkswirtschaft des Euroraums sind unterdessen nicht mehr zu übersehen. Die Einkaufsmanagerindizes und die Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie im Mai haben dies zum Wochenausklang noch einmal eindrucksvoll bestätigt. In dieser Tendenz habe sowohl die Inlands- als auch in noch stärkerem Maße die Auslandsnachfrage nachgegeben. Damit stellt sich momentan die Frage, in welchem Umfang sich die Abschwächung der Wirtschaftsaktivität in Deutschland auf die Gewinne der Unternehmen auswirken wird.

Die aktuelle Kursniveaus preisen eine deutlich stärkere Abkühlung der Märkte, daher ist eine positive Reaktion im Zuge der Quartalsberichterstattung vorstellbar Bis in dieser Hinsicht eine Richtung besteht, verbleibt der Dax freilich im Niemandsland und damit ausgesprochen anfällig für neue negative Nachrichten aus dem Finanzsektor oder weitere Höchststände von Öl und Euro.

Wichtige Termine der Kommende Woche:
Montag 07/07: (INT) G8 Gipfel (bis zum 9 Juli) (DE) Lufthansa Verkehrszahlen (Juni)

Dienstag 08/07: (US) Alcoa Quartalszahlen (DE) Siemens Quartalszahlen (DE) Air Berlin Verkehrszahlen (Juni)

Mittwoch 09/07: (US) Auftragseingänge

Donnerstag 10/07: (UK) Bank Of England (BoE) Leitzins (US) US-Arbeitsmarktdaten für Juni

Freitag 11/07: (US) Universität Michigan Verbrauchervertrauens für Juli (US) US-Einfuhrpreise für Juni

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keinerlei Anlageberatung handelt und dass IG Markets und Janos Renz-Hotz keinerlei Haftung übernehemen.