German Market Update 21/09/2008

DAX Ausblick 22/09/2008: Euphorie und Panik am Markt.
Janos Renz-Hotz, Flow Trader, IG Markets.

Der Deutsche Leitindex hat in der vergangene Woche eine Achterbahn Kursbewegung gehabt. Nach den traumatischen Ereignisse am beginn der Woche, löste die Aussicht auf Staatshilfen zur Rettung des US-Finanzsystems einen regelrechten Kursfeuerwerk am deutschen Aktienmark aus.

Am Markt herrscht die Hoffnung, dass die vergangene Woche der Befreiungsschlag war. Mit der Möglichkeit auf die Bildung einer staatlichen Auffanggesellschaft für riskante Papiere und faule Kredite ist die Erwartungshaltung groß. Markteilnehmer bleiben aber vorsichtig, Aber man darf sich nichts vormachen: Die Krise ist damit noch nicht vorbei. Die groeste Volkswirtschaft der Welt taumelt am Rande einer Rezession und die Daten für Euroland deuten auf eine weitere Abschwächung hin. Vor diesem Hintergrund warten Anleger gespannt auf den Ifo-Konjunkturindex, der
am Mittwoch veröffentlicht werden soll.

Weitere Börsianer argumentiert ähnlich. Schließlich werden die Häuser der Amerikaner jetzt nicht über Nacht wieder mehr wert, ein Auffang-Netz wird lediglich eingezogen um Schlimmeres zu verhindern. Aber man gewinnt Zeit, um sich den eigentlichen Problemen zu widmen und Strukturen zu verändern. Die Aufmerksamkeit der Börsen wird sich weiterhin den Staaten richten. Besonders auf die Kongress- Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson zur Verstaatlichung der beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac am kommenden Donnerstag.

Die US Regierung kann mit der „Bad-Bank“ Rettungsaktion auf historische Präzedenzfälle zurückgreifen, die so genannten Resolution Trust Corporation (RTC), die im Rahmen der „Savings and Loan“ Krise zu Beginn der 90er-Jahre Immobilien-Vermögenswerte von Hunderten von Milliarden Dollar aufkaufte. In der Subprime-Krise geht es vor allem um die Akquisition der toxischen strukturierten Finanzprodukte wie Collateralised Debt Obgligations (CDOs) und Asset Backed Securities (ABS). Bis jetzt haben Banken rund 500 Mrd USD dieser produkte abgeschrieben, Schätzungen reichen aber über die 1000-Mrd.-Dollar-Grenze hinaus.

Während die vergangenen Rettungsaktionen der US-Regierung die Märkte nur noch für kurze Zeit und zuletzt überhaupt nicht mehr beruhigen konnten, hat das Bad-Bank-Szenario das Potenzial, den Dax längerfristig und nachhaltiger zu stützen. Dabei dürfte es aber wohl bei einer Bärenmarktrally bleiben. Denn selbst wenn sich nun ein Ende der Krise für das Finanzsystem abzeichnet, ändern sich damit nichts an den fundamentalen Konjunkturdaten und an der prekäre Lage der Wirtschaft – auch fallen die Häuserpreise weiter.


Wichtige Termine:

Montag 22/09:
(US) Chicago Fed National Activity Index

Dienstag 23/09:
(EU) Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone
(EU) OFHEO Hauspreisindex Juli

Mittwoch 24/09:
(DE) Ifo-Geschäftsklimaindex
(US) US-Verkäufen bestehender Häuser
(US) Nike Quartalszahlen

Donnerstag 25/09:
(US) Neubauverkäufe August
(EU+US) Gemeinsame Veranstaltung von US-Notenbank und EZB zur Kreditkrise

Freitag 26/09:
(US) Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keinerlei Anlageberatung handelt und dass IG Markets keine Haftung übernimmt.

German Market Update 18/08/2008

DAX Ausblick 18/08/2008: Ende der Berichtsaison und Ölpreis Unsicherheiten.
Janos Renz-Hotz, Flow Trader, IG Markets.

Der Deutsche Leitindex hat seit beginn der vergangene Woche rund 139 Punkte, also ca. 2.1% verloren. Das Tief der Woche lag Donnerstags bei 6380 Punkte, aber bis Freitag nachmittags erholte sich der DAX wieder, und beendete die Woche mit 6432 Punkte.

In der kommenden Woche wird es weniger Unternehmensnachrichten, dafür wieder mehr Spannung auf der Konjunkturseite geben. Als klarer Unsicherheitsfaktor wird sich der Ölpreis erweisen. Obwohl weiterhin Konjunktursorgen bestehen, dürfte eine weitere Sinkung des Ölpreises die Aktienmärkte helfen.

Nach Einschätzung von Aktienstrategen, wird die nächste Woche viel Spannung, aber wenig Bewegung bieten. Da die Zahl der Quartalsberichte von Firmen langsam abebbt, dürfte der düstere Konjunkturausblick in den Vordergrund rücken. Der Fokus verlagere sich dabei von den USA auf die Euro-Zone. Die sinkenden Rohstoffnotierungen und der stärker werdende Dollar haben bei den deutschen Unternehmen einen nachlassenden Margendruck zur Folge. Dies hilft die Aktienkurse der exportorientierte deutsche Firmen, denn ihre Wettbewerbsbedingungen im Dollarraum verbessern sich. Darüber hinaus ist die nun ausklingende Berichtssaison nicht so schlecht verlaufen, wie teilweise im Vorfeld erwartet worden war.

Viele Anleger rechnen nicht mit einer weiteren Verschlechterung der Konjunkturlage, aber dies sollte nicht uneingeschränkt befolgt werden. Die Inflationsrate in Deutschland habe sie sich in den letzten vier Wochen stabilisiert, im Euroraum hingegen eher dramatisch auf vier Prozent erhöht. Ob damit der Zenit überschritten ist, bleibe fraglich. Auch die Kreditkrise sei nicht ganz vorbei. Finanzwerte dürften auf möglicher abermaliger Abschreibungen weiteren Kapitalbedarf mit sich bringen. Der schon angekündigte Stellenabbau in der Investmentbanking Branche macht deutlich, dass die Cash-Quellen der vergangenen Jahre versiegen und die Eigenkapitalrendite der Branche weiterhin unter Druck sind.

Wichtige Termine:

Montag 18/08
(DE) Deutsche Bahn Halbjahresbilanz

Dienstag 19/08:
(DE) ZEW-Index
(US) Entwicklung am US-Immobilienmarkt (Baubeginne und Baugenehmigungen)
(US) Erzeugerpreise

Donnerstag 21/08:
(EU) Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone für August
(US) Philadelphia-Fed-Index

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